25.09.2017 - Autor: Markus Frank

Unterwegs mit der ‚mobilen Kapelle‘ [moKa]

Unterwegs mit der 'mobilen Kapelle' - © Markus Frank

„Ah, wir kennen uns doch von der moKa" - © Markus Frank

Ein Jugendpfarrer kommt mit der selbst konstruierten Kapelle zur Schule

Am Anfang stand die Begeisterung für Holz, besonders für die heimischen Obstbaumhölzer. Schon seit dem Zivildienst war mir die Arbeit mit Holz immer wieder ein Ausgleich, um ab- und umzuschalten. In Nürtingen leben wir nun mitten im Streuobstwiesen-Eldorado. Über Jahre hatte ich eigenhändig mit Motor- und Bandsäge Bäume zu Brettern gesägt, gedämpft und getrocknet. Nach kleineren Projekten für den Hausgebrauch kam die Idee, eine Art Bauwagen von Grund auf selbst zu zimmern.

Kurz: es war ein Abenteuer, eine wunderbare Erfahrung, ein Geschenk, auch und besonders auf der geistlichen Ebene. Das allein wäre womöglich ein Buch wert. Beim Hobeln mit den Händen tut sich auch etwas in der Seele. So manches konnte ich verarbeiten und hineinarbeiten. Auch den plötzlichen Tod meines Vaters, der ein begnadeter Handwerker war. Oft war ich überrascht, wie die verwegenen Pläne in einem guten Jahr Bauzeit Gestalt annahmen. Ich weiß jetzt was ‚flow‘ bedeutet und sehe das Handwerk nochmal mit anderen Augen. Auch mit und bei der Hände Arbeit kann man beten und Gott nahe sein. Jesus stand mit Josef lange Jahre in der Werkstatt. Dieser Gedanke begleitet mich seither.

Einen schönen Raum zu schaffen, in dem man sich und womöglich sogar dem Ewigen nahekommen kann, war der Traum. Zur Freude am eigenen Beschenkt-Werden und zugleich ganz mit dabei zu sein, kam gleich ursprünglich der Wunsch, das Erlebte zu teilen. Die ‚moKa‘ steht normalerweise bei uns im Garten, zu ganz unterschiedlichen Anlässen aber auch in der Öffentlichkeit, z.B. an Nürtinger Schulen. Mit dem Traktor, der von meinen Holzmadener Großeltern stammt, ist sie bewegbar. In einem ökumenischen Team bieten wir ein oder zwei Wochen an, an der Schule zu sein und laden die Religionsklassen, aber auch andere Klassen während des Unterrichts in die ‚moKa‘ ein. Bis zu 18 Leute finden Platz. Doppelstunden bieten sich an, so dass immer die Hälfte der Klasse für eine Stunde kommen kann. Meist ohne Lehrer. Das ändert etwas.

Im Winter sorgt der Holzofen für eine gemütliche Wärme. So sind wir z.B. 2016 Wege zum Advent am Max-Planck-Gymnasium gegangen. 2017 ging und geht es um Reformation und Freiheit. Unsere Erfahrung ist: Der besondere Raum der ‚moKa‘ trägt seinen Teil dazu bei, dass Menschen sich begegnen und auch der Glaube zum Thema wird. Entscheidend ist, selbst innerlich präsent zu sein mit dem, was uns begeistert. Der Rest hat sich bisher immer gut gefügt und gefunden. „Ganz anders als Schule“ erleben viele Gäste die Zeit. Vor allem wohl, weil das Setting besondere Erlebnisräume erschließt und auch ohne Worte als starkes Zeichen wahrgenommen wird. Das freut mich natürlich wie Bolle.

Hingehen. Offen sein. Ernst nehmen und annehmen. Darum geht es doch wohl. Ja, es ist aufregend und macht Spaß, sich mit der moKa auf den Weg zu Menschen zu machen; sich selbst in der Rolle neu zu erleben und immer wieder auch auf überraschende Weise Gott mit am Werk zu sehen. In einer intensiven gemeinsamen Stunde in der moKa kann sich ganz schön viel bewegen. Daran lässt sich in anderen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit anknüpfen. „Ah, wir kennen uns doch von der moKa.“

Es ist kein Hexenwerk eine moKa selbst zu bauen, wenn man weiß wie’s geht. Für Besichtigungen und interessierte Rückfragen vereinbare ich gerne einen Termin.

Übrigens: Bei der Churchnight, am 31.10.17, steht die moKa ab 15:00 Uhr in der Stadtmitte in Nürtingen.

 

Gemeinde- und Jugendpfarrer Markus Frank, Nürtingen,
hat schon als Student im Garten des Evang. Stifts mit Holz gewerkelt

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