21.07.2020

Adieu Franz!

Franz Röber sagt nach über 11 Jahren in der Schülerarbeit Adieu!

In den USA regierte noch Barack Obama als Präsident der USA, die EU war erfüllt von Visionen, Volkswagen hatte eine „atemberaubende“ Diesel-Technologie zu bieten und eine Pandemie gehörte zu Science-Fiction. Nur Angela Merkel war schon im Amt, als ich zum 1. März 2009 als Landesreferent in die Schülerarbeit berufen wurde. Elf Jahre sind seither vergangen. Jahre, die mir sehr kostbar waren.

Als ich in der Schülerarbeit begann, lautete die Tageslosung:

„Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten; ich ließ mich finden von denen, die nicht nach mir suchten. Zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief, sprach ich: Hier bin ich, hier bin ich!“

Jesaja 65, 1

Dieses Losungswort verstehe ich als eine große Zusage Gottes. Gott eilt dem Suchen und Bitten der Menschen voraus und will sich erfahrbar machen. In der Schülerarbeit durfte ich dies erleben. Gerade die alltägliche Schulwelt, die uns oft so profan erscheint, kann zum Erfahrungsraum werden. Doch die ersten Tage meines Dienstes wurden durch die Ereignisse in Winnenden ziemlich durcheinandergewirbelt. Die drängende Frage nach dem Warum fand keine Antwort. Doch Gott war damit nicht obsolet. Die brennenden Kerzen, die Kirchen wurden Ort letzter Zuflucht, wie so oft bei solchen Dunkelheiten.
Für mich war und ist es eine Herausforderung, unseren Glauben, unsere Hoffnung an die „Ränder“ zu tragen. Die Schülerarbeit bestellt hier ein interessantes Feld. So sind die Schülerbibelkreise für mich wie die Atempause für die Pause oder Pause für den Himmel. Dies wird an vielen Orten so erlebt. Gerne denke ich an die Begegnungen mit den Schülerinnen und Schülern zurück. So klein manche Gruppen waren, so wirklich war die Gegenwart Jesu, die er für alle Tage zusagt.

Das Schülermentorenprogramm „Soziale Verantwortung lernen“ war ein weiteres Erfahrungsfeld in der Begegnung mit Schülerinnen und Schülern. Hier standen Befähigung und Ermutigung im Zentrum der Ausbildung. Soziale Kompetenz und Persönlichkeitsbildung sind die Leitmotive dieses Bildungsmodells. Unvergesslich bleibt mir die Definition eines Lehrers, der das SMP wie folgt umschrieb: Schüler-Mutmach-Programm!

All die vielfältigen Aktivitäten der Schülerarbeit wären ohne das große Engagement der Ehrenamtlichen undenkbar. In den Jahren seid ihr mir zu Freunden und Wegbegleitern geworden. Was hat der MAK mit „Red Bull“ gemeinsam? Der MAK verleiht Flügel. Ja, wenn ich an euch denke, dann freue ich mich immer wieder darüber, was wir alles gemeinsam gestaltet und umgesetzt haben: Michelsberg und Herbstival, die Freizeiten, die Seminare und Arbeitseinsätze, Förderverein, Freundestage und Themenwochenenden. All diese Aktivitäten wurden zu Begegnungs- und Erfahrungsräumen für uns und all die jungen Leute, die zu uns kamen. Danke für euch alle, für allen Spaß, für alle inhaltliche Tiefe, für die geistliche Weggemeinschaft.
Ebenso danke ich meinem Büro-Team, das mir die langen Jahre zu einer verlässlichen Größe wurde. Danke an Brigitte, Imke, Oli, Sabine und Steffi für alles Miteinander. Auch Wolfgang sei an dieser Stelle ein dickes Danke gesagt, der neun Jahre als Teamleiter meinen Weg begleitet hat. Gleiches gilt für die vielen Kolleginnen und Kollegen im EJW und die Landesleitung.
Der Freiwilligendienst schenkte mir einen Schatz an Begegnungen mit über hundert BFDlern und FSJlern und zwei tollen Teamerinnen Ursel und Renate. Danke!

Ich bin dankbar für die gute Zeit und freue mich nun auf die Freiräume, die sich auftun werden. Habt keine Angst um mich. Es wird mir nicht langweilig. Euch wünsche ich von Herzen, dass ihr segensreich auf dem Weg bleibt und immer wieder die Entdeckung macht: ER ist da, ER geht mit. Die Türen sind offen!

Als wir die Schülerinnen und Schüler einer Berliner Schule fragten, worin wir sie als Kirche unterstützen könnten, kam die Antwort: Wir hätten gerne ein neues Schulfach. Wir brauchen das Fach „Zukunft“. Was für eine Ergänzung zum Fach Geschichte!
Dieser Gedanke hat mich angesprochen. Die Jugend sehnt sich nach einer Zukunft, nach Perspektive! Die Corona-Krise ist ein weiterer, tiefgreifender Einschnitt, der zur Verunsicherung unseres Lebens beiträgt. Was muss heute und jetzt geschehen, damit diese Jugend ihre Zukunftschance erhält? Wir als Kirche, wir in der Schülerarbeit sind gerufen, diesen Wunsch zu begleiten, zu befeuern, zu glauben, zu erhoffen. „Zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief, sprach ich: Hier bin ich, hier bin ich!“ Jesaja 65, 1. Was für ein Versprechen, das Gott gibt. Er geht uns nach, er gibt uns nicht auf. Er will uns Zukunft geben. So ziehen wir weiter und durchschreiten die offenen Türen, die Gott uns schenkt.

Danke für die Weggemeinschaft mit euch, danke für das vertrauensvolle und freundschaftliche Miteinander. Herzlich verbunden grüßt euch
Franz Röber

>> Bilder könnt ihr im Freundesbrief anschauen

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