26.11.2015 - Stephanie Schwarz, EJW

„Schritte gegen Tritte“ - Ein Tag vor Ort

Das Thema „Flüchtlinge“ ist einer der Schwerpunkte dieses Projekttages.

Dieser Projekttag gegen Rassismus und Gewalt thematisiert in altersgerechter Form Methoden des gewaltfreien und wertschätzenden Umgangs miteinander. Besonders steht dabei der aktuelle Themenkomplex der Flüchtlingsproblematik im Focus.

„Schritte gegen Tritte“ kann von Schulklassen ab Klasse 7, Konfi- oder FSJ-Gruppen gebucht werden.
Der Projekttag „Schritte gegen Tritte“ wird durch die Ministerien für Integration sowie Kultus, Jugend und Sport gefördert.

Der Projekttag gegen Rassismus und Gewalt

Zwei Honorarkräfte gestalten den Tag und nach einer kurzen Startrunde geht es los: Die Jugendlichen dürfen sich einen Button ziehen und stellen fest, dass es nun unterschiedliche Gruppen gibt. Sie sind in Flüchtlinge und Bürger eingeteilt. Die „Bürger“ gehen in einen anderen Raum in den kurz darauf auch die „Flüchtlinge“ folgen

Und nun wird es spannend. Denn die „Flüchtlinge“ entdecken in dem Raum einen gedeckten Frühstückstisch an dem die „Bürger“ sitzen. Für die „Flüchtlinge bleibt nur ein kleiner Bereich, in dem Stuhl an Stuhl steht, das „Asylbewerberheim“. Nicht nur, dass die „Flüchtlinge“ den „Bürger/innen“ beim Frühstücken zuschauen müssen, sie werden auch noch unfreundlich von den „Aufsehern“ behandelt. Ein paar „Flüchtlinge“ versuchen anfangs zu reklamieren doch das wird damit abgetan, dass in Deutschland gut für Flüchtlinge gesorgt wird.

Nach ca. 20 Minuten wird das Rollenspiel abgebrochen und alle begeben sich zurück in den ersten Raum. Anhand von verschiedenen Flüchtlingsschicksalen und Info-Clips von UNHCR finden die Jugendlichen immer weiter in die Thematik hinein.
Anhand eines Brettspiels spielen sie Fluchtwege nach und realisieren so, wie verzwickt und vielschichtig das Schicksal von Flüchtlingen ist.

Dann geht es zurück in den Frühstücksraum. Auch ohne Anweisung bietet sich in der Regel ein ähnliches Bild wie am frühen Morgen: Die „Flüchtlinge“ setzen sich wieder auf einen Stuhl im „Asylbewerberheim“ und die „Bürger“ platzieren um den Frühstückstisch.Gemeinsam wird diese Situation ausgewertet. Es wird über Gewalt gesprochen, über Glück und Pech beim Button-ziehen und darüber, wie die Situation im Frühstücksraum aussehen könnte, damit alle sich wohl fühlen. Und so endet dieses Simulationsspiel an einem großen Frühstückstisch an dem alle Platz haben und gemeinsam gefrühstückt wird. Auch die Buttons, die bisher die beiden Gruppen getrennt haben werden entfernt.

Das Thema Gewalt wird mit dem Gewaltbarometer vertieft. Hier beziehen die Mädels und Jungs Stellung, wie ihre Wahrnehmung von Gewalt in verschiedenen Situationen ist. Aussagen wie „Ein Junge macht seiner Freundin einen Knutschfleck“ und „In der Klasse wird ein dickes Kind aus gelacht“ bieten dabei genug Stoff zur Diskussion.Ziel bei dieser Übung ist es, den Jugendlichen deutlich zu machen, dass Gewalt verschieden wahr genommen wird und letztendlich vom Opfer aus definiert wird. Spannend für alle wird es erneut bei der nächsten Übung: Zwei Jugendliche melden sich freiwillig, um dann ohne ihr vorheriges Wissen von der gesamten Klasse ausgeschlossen zu werden. Das tut weh, auch wenn es nur ein Spiel ist.

Das brisante Thema Mobbing wird nun von allen Seiten beleuchtet, außerdem werden Wege aufgezeigt, sich in solchen Situationen Hilfe zu holen.

Als nächstes ist das Bus-Spiel an der Reihe. Dabei sitzen die Jungs und Mädels in einem voll besetzten imaginären Bus. Zwei randalierende Jugendliche betreten diesen und versuchen einen Sitzplatz zu bekommen. Gemeinsam wird mit den Jugendlichen anschließend erarbeitet, was für Reaktionen im „wahren“ Leben angebracht sind, um für sich und die anderen möglichst gut mit der Situation um zu gehen.

Die letzte Station des Tages ist ein Film über gestellte U-Bahn-Situation. Zwei wie Neofaschisten gekleidete junge Männer betreten einen U-Bahn-Wagon und pöbeln einen dunkelhäutigen Menschen an. Der Blick mit den Jugendlichen wird im anschließenden Gespräch auf die Reaktionen der U-Bahn-Gäste gerichtet, die ahnungslos davon ausgehen, dass es sich um eine reelle Situation handelt.
Wie Zivilcourage aussehen kann, was Hilfe-Leisten bedeutet und wie man sich dabei selber schützen kann, das wird in dieser letzten Einheit engagiert diskutiert.

Eine Auswertungsrunde bildet den Abschluss des „Schritte gegen Tritte“-Tages und meistens sind sich alle einig, dass an diesem Tag durch das eigene Erleben und Diskutieren neue Einsichten gewonnen wurden.


Weitere Informationen zu "Schritte gegen Tritte" gibt es unter
www.schuelerarbeit.de/schritte



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